Kategorie: Ausgehen, Kennenlernen & Zusammenleben

Die Nachtschicht im Krankenhaus und der eine glückliche Dreh

Ich arbeite als Krankenpfleger. Nicht weil es gut bezahlt ist – ist es nicht. Sondern weil ich es irgendwie kann. Mit Menschen umgehen, Ruhe bewahren, da sein, wenn alle anderen wegschauen. Aber an diesem Abend war ich kurz davor, hinzuschmeißen. Drei Tage Nachtschicht hintereinander. Überstunden, weil zwei Kollegen krank waren. Eine Patientin, die durchgehend geklingelt hat. Ein Monitor, der nicht aufhören wollte zu piepen. Und dann, um 3 Uhr morgens, eine Blutentnahme bei einem Herrn, der mir ins Gesicht gesagt hat: "Sie sind eine Niete."
 
Ich bin raus auf den Flur. Habe mich an die Wand gelehnt. Die Augen geschlossen. Zehn Sekunden durchgeatmet. Dann habe ich mein Handy gezückt. Nichts. Keine Nachricht von meiner Freundin. Kein Meme von meinem Bruder. Nur Stille.
 
Ich öffnete einen alten Tab. Einen, den ich vor Monaten mal gespeichert hatte. Keine Ahnung, warum. Vielleicht weil ich mal dachte: "Für später." Jetzt war später.
 
Die Seite lud. Vavada Casino online. Sauberes Design, keine laute Musik, kein Gedöns. Ich hatte dort vor Ewigkeiten einen Account gemacht – aus purer Neugier. Nie eingezahlt. Bis jetzt.
 
20 Euro. Das war mein "Ich-halte-diese-Nacht-nicht-mehr-aus"-Budget. Wenn es weg ist, ist es weg. Wenn nicht, umso besser.
 
Ich suchte mir ein Spiel aus. Nichts Kompliziertes. Ich war zu müde für Komplikationen. Ein Slot mit Tieren. Elefanten, Löwen, Affen. Die Musik klang wie eine Safari im Zeitlupentempo. Beruhigend. Perfekt für 3 Uhr morgens im Krankenhausflur.
 
Ich setzte 40 Cent pro Drehung. Die ersten Runden waren ein sanftes Hin und Her. 20 Euro wurden zu 18. Dann zu 22. Dann wieder 19. Der Piepton des Monitors im Hintergrund verschmolz mit der Spielmusik zu einer seltsamen Symphonie. Ich war nicht mehr genervt. Ich war einfach da. Drehen, warten, Ergebnis sehen. Drehen, warten, Ergebnis sehen.
 
Nach etwa fünfzehn Minuten – der Flur war still, die Patientin schlief endlich – passierte es. Drei Löwen hintereinander. Der Bildschirm flackerte kurz. Ein Bonusfenster öffnete sich. "König der Savanne", hieß es. Ich sollte Tiere zählen. Jedes Tier brachte Punkte. Jeder Punkt war Geld. Klingt albern, ich weiß. Aber ich zählte. Elefanten: 8 Punkte. Giraffen: 5 Punkte. Löwen: 12 Punkte. Affen: 3 Punkte. Eine geheime Bonus-Tierart – Nashörner – brachte 25 Punkte.
 
Insgesamt: 53 Punkte. Jeder Punkt war 2 Euro wert. Also 106 Euro aus dem Bonus allein. Plus das, was vorher da war. Mein Konto: 125 Euro.
 
Ich starrte auf das Display. Ein Affe grinste mich an. Ich grinste zurück.
 
Dann passierte etwas Seltsames. Der Monitor im Zimmer nebenan piepte wieder. Normalerweise wäre ich reingegangen. Aber ich war gerade im Flow. Also spielte ich weiter. Nur noch fünf Runden. In der dritten Runde – wieder ein Bonus. Diesmal kleiner. 31 Euro. Gesamt: 156 Euro.
 
Jetzt steckte ich das Handy weg. Ging ins Zimmer. Die Patientin brauchte Wasser. Ich gab es ihr. Sie lächelte. "Danke", sagte sie. Ich nickte. Die Welt war plötzlich leichter.
 
Am Ende der Schicht, um 6 Uhr morgens, setzte ich mich in den Pausenraum. Checkte mein Konto. 156 Euro. Ich drückte Auszahlung. 140 Euro gingen auf mein PayPal. 16 Euro ließ ich für die nächste Nachtschicht.
 
Dann fuhr ich nach Hause. Schlief zehn Stunden. Wachte auf. Das Geld war da.
 
Ich kaufte mir davon neue Arbeitsschuhe – die alten hatten nach drei Jahren aufgegeben. Und ich spendete 20 Euro an die Stationskasse für Kaffee. Meine Kollegen wunderten sich. "Du bist aber großzügig heute", sagte eine. Ich zuckte mit den Schultern. "Gute Nacht gehabt."
 
Seitdem? Ich spiele ab und zu. Immer in den ruhigen Momenten der Nachtschicht. Wenn die Patientin schläft, der Monitor still ist und der Flur wie ausgestorben wirkt. Immer über Vavada Casino online, weil es auch mit schlechtem Krankenhaus-WLAN funktioniert. Meistens verliere ich ein paar Euro. Aber manchmal, ganz selten, gewinne ich genau das, was ich brauche.
 
Die neuen Schuhe sind übrigens bequem. Meine Füße tun nicht mehr weh. Und die Patientin, die mich eine Niete nannte? Sie hat sich am nächsten Tag entschuldigt. "Es tut mir leid", sagte sie. "Der Schmerz war so stark." Ich sagte: "Schon gut." Und dachte an den Löwen, den Affen und die 140 Euro.
 
Was habe ich gelernt? Dass 20 Euro manchmal reichen. Dass die schwersten Nächte die besten Überraschungen bereithalten. Und dass ein glücklicher Dreh nicht die Welt verändert – aber einen müden Krankenpfleger zum Lächeln bringen kann.
 
Heute Abend habe ich wieder Nachtschicht. Der Kaffee ist bereit, die Schuhe sind gut, und mein Handy ist aufgeladen. Nicht weil ich spielen muss. Sondern weil ich weiß: Manchmal, wenn alles still ist, passiert etwas. Ein Löwe. Ein Nashorn. Ein kleiner Sieg in einer großen Nacht.
 
Die Patientin schläft schon. Der Monitor ist ruhig. Und ich? Ich habe Zeit.
 

Benutzer: franklin

Erstellt: 2026-06-13 20:18:24

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